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Macht, Geld und die Unsichtbarkeit psychischer/ kognitiver Erkrankungen

10. Januar 2026 1 Comment

Wie Millionen andere Menschen auch, schaue ich dem amerikanischen Präsidenten seit Monaten zu, wie er fuhrwerkt, wie er die Reden eines 5 Jährigen schwingt und sein Land an die Wand fährt. Seit Wochen geht mir dazu folgendes durch den Kopf:

Vor über 40 Jahren habe ich die Ausbildung zur psychiatrischen Krankenpflegerin gemacht und daher mehrere Jahre in einer Psychiatrie gearbeitet. In diesen Jahren habe ich eindrücklich gelernt, dass, ob eine psychische oder kognitive Erkrankung vom Umfeld als diese bei einem Menschen erkannt wird, wesentlich vom Status dieser Person abhängt. Kurz zusammengefasst: Je mehr Geld und Macht jemand hat, desto später wird die Erkrankung wahrgenommen.

Ich kann mich etwa erinnern an einem Patienten, der wurde mit der Diagnose „psychische Erschöpfung“ ins Spital eingeliefert. Später stellte sich heraus, er hatte monatelang kaum geschlafen, war hyperaktiv gewesen. Er war Chef eines Unternehmens und ständig unterwegs, Messe dort, Tagung da, Kundentermin dort, Lieferantentermin hier, er berief eine Sitzung nach der anderen ein, arbeitete Tag und Nacht, war extrem fordernd und auch distanzlos zu den Mitarbeiter:innen, aber auch zu Lieferanten. Er redete und redete, kam aber nie auf den Punkt oder verlor ständig den Faden, redete nicht nachvollziehbare Dinge. Er traf unternehmerisch katastrophale Entscheidungen und setzte Unmengen an Geld in den Sand. Außerdem kaufte und kaufte und kaufte er, ein neues Auto, neue Möbel, neue Kleidung, wahnsinnig viel Essen, Hummer, Kaviar. Und er besuchte ein Bordell nach dem anderen.

Niemandem fiel auf, dass da etwas nicht stimmte. Gut, es wurde gemunkelt, dass er in letzter Zeit etwas seltsam wäre. Aber hey, er war der Boss! Er hatte das Geld. Erst als sein Körper und Organismus zusammenbrach, wurde klar, da läuft etwas völlig aus den Fugen. Und dann kam auch die Diagnose: Ausgeprägte Manie. Langer Psychiatrie-Aufenthalt und Weg zurück.

Bei angestellten Menschen mit durchschnittlichem Einkommen wurde so eine Manie in der Regel bald erkannt. Wochenlanger Kaufrausch fällt einfach auf, wenn das Einkommen klein ist. Eine ausgeprägte Logorrhoe fällt auf, wenn man als Arbeiter darüber seine Arbeit vergisst. Täglich mehrmaliger Besuch im Bordell kann sich ein kleiner Angestellter nicht leisten und wird als nicht normal rasch erkannt.

Dasselbe bei Demenz. Ein Kardinalverhalten bei Demenz ist „Fassade bauen“, das bedeutet, Menschen mit Demenz, vor allem im Anfangsstadium, spüren, dass da etwas nicht mit ihnen stimmt, aber sie verdrängen das noch oder wollen nicht, dass jemand ihr Problem bemerkt. Also bauen sie „Fassade“, tun so, als wäre alles in Ordnung. Ich erinnere mich an eine Geschäftsfrau, die ich kennenlernte. Ihr Sohn lebte 1000 Kilometer entfernt und wollte gerichtlich einen Sachwalter für die Mutter bestellen lassen, weil er sah, dass sie mit Geld nicht mehr umgehen konnte, desorientiert war, Gefahrensituationen nicht mehr richtig einschätzen konnte, aber jede Hilfestellung ablehnte. Er wollte seine Mutter gut versorgt sehen, wollte, dass sich jemand um ihre Dinge kümmert. Der zuständige Richter entschied – insgesamt 3 Mal – gegen die Besachwalterung. Warum? Die Frau war ihr Leben lang Geschäftsfrau gewesen, an die 70 Mitarbeiter hatte sie gehabt. Sie hatte Auftreten, sie war gewohnt zu sprechen und sich Respekt zu verschaffen. Sie baute während des Besuchs des jungen Richters wunderbar Fassade, versteckte alle Schwächen, war ganz in ihrem Element als Geschäftsfrau und beeindruckte ihn damit so sehr, dass er entschied, die Frau ist geschäftsfähig. Erst als der Sohn mit den Medien drohte und der Richter einen gerontopsychiatrischen Gutachter beauftragte, der das Fachwissen hatte und wusste, welche Fragen er stellen musste, um hinter die Fassade zu schauen, wurde klar: Die alte Geschäftsfrau hat eine bereits fortgeschrittene Demenz und braucht einen Sachwalter (heute übrigens Erwachsenenvertretung genannt).

Und auch hier: Bei jedem anderen Menschen wäre die Demenz schneller aufgefallen. Aber wenn ausreichend Geld vorhanden ist, fällt eben nicht auf, dass jemand ständig Rotwein um 30 Euro die Flasche kauft und Wocheneinkäufe um 1000 Euro tätigt als Einzelperson. Es fällt in einer großen Villa, die niemand mehr betritt (weil immer an der Tür abgefertigt), nicht auf, wenn alles nach und nach verwahrlost. Es fällt bei ausreichend Geld nicht auf, wenn jemand mehrmals täglich das Taxi ruft und sich nach Hause fahren lässt, weil er/ sie nicht mehr selbst den Weg findet.

Warum ich das alles erzähle: Weil ich seit Monaten Donald Trump zusehe, mir seine Reden anhöre, die Art zu reden, die Stimme, die Sätze, die Ausdrücke, seine Gedankenfluchten, seine Banalisierungen, sein sich Verlieren in Themen, die mit dem eigentlichen Thema nichts zu tun haben, die Infantilisierung seiner Sprache.  

Sorry, aber ich sehe hier einen kranken Mann. Einen Mann, der auf der einen Seite merkt, dass etwas nicht stimmt, der aber immer schon so von sich selbst überzeugt war (und es auch bleibt), dass er selbstverständlich all diese Gefühle verdrängt und stattdessen fantastisch Fassade baut und dabei großartig unterstützt und gestärkt wird.

Was ich sehe, ist ein Mann mit viel Geld und viel Macht, dessen Erkrankung genau deshalb noch nicht wahrgenommen wird. Aber ich bin mir sehr sicher, in 10 Jahren werden wir sagen: Die USA wurden von einem Präsidenten mit psychischer Erkrankung/ kognitiver Störung regiert.

Was denkt Ihr?

PS: Ich verurteile mit diesem Beitrag übrigens weder Menschen mit einer psychischen Erkrankung, noch Menschen mit Demenz. Ganz im Gegenteil. Ich habe großen Respekt vor allen Menschen, die mit Erkrankungen dieser Art leben und umgehen lernen. Ich verurteile auch Donald Trump nicht wegen seiner von mir vermuteten Erkrankung. Ich glaube nur, dass die Welt nicht von einem kranken Mann, der seine Erkrankung nur aufgrund seines Geldes und Einflusses tarnen kann, an die Wand gefahren werden sollte.

Bild: Pixabay

Vielen Dank fürs Teilen!

Comments

  1. Martin Krause says

    13. Januar 2026 at 10:20

    Eine nachvollziehbare Analyse: Medizinisch überzeugend, sachlich, durchaus respektierend. Wie kann sich ein Volk schützen, wenn es von so einer kranken Person regiert wird? Dieses Umfeld von faschistischen und autoritären Technokraten hat es sich gut eingerichtet ihr menschenverachtendes Spiel zu spielen und damit den Weltfrieden zu gefährden. Sie werden die vermutete Krankheit ihres Chefs ignorieren und sich schamlos die eigenen Taschen füllen und und weiter ihre Macht dazu nutzen ihre Schreckensherrschaft zu manifestieren und ihr eigenes Volk gegen die Wand knallen, für viele Tote in der Welt verantwortlich sein und selbst andere Länder dieser Welt, die sich um ihre Erhaltung sorgen, werden in ihren Hintern kriechen, weil sie hoffen, damit ihre Sorgen zu minimieren.

    Diesem kranken Mann muss geholfen werden! Dies erreicht man nicht durch Anpassung, sondern durch klare Kante. Diese klare Kante fehlt fast überall vollständig. Das ist unterlassene Hilfeleistung. Damit macht sich die Welt mitschuldig. Es wird unser Ende sein, wenn dieser kranke Mann seine Atomraketen in die Welt schickt. Die persönliche Freiheit des Einzelnen muss genau immer dort enden, wo die Freiheit der Anderen eingeschränkt wird! Es bleibt nicht mehr viel Zeit zum Handeln……

    Antworten

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