Spät, aber doch, hier nun mein zweiter Reisebericht zu Norddalmatien, einer Reise mit unseren 2 alten Hundedamen, die wir im April 2026 gemacht haben. Ziel: Norddalmatien, Gespanschaft Zadar. Genauer gesagt waren wir am Karinsko More. Unseren ersten Reisebericht kannst du HIER nachlesen. Wir stellen uns darin vor, erzählen dir, was uns wichtig war bei der Suche nach unserer Unterkunft und welche hundefreundliche Unterkunft wir schlussendlich gefunden haben. Außerdem berichten wir von unseren Erkundungstouren in der näheren Umgebung, so max. 1 Stunde entfernt von Gorinj Karin.
In diesem zweiten Reisebericht gehts jetzt um unsere Erkundungstouren ein wenig weiter weg. Vor allem nach Posedarje, nach Zadar, zum Vransko Jezero, einem fantastischen Vogelschutzgebiet, sowie auf die Insel Pag.
Maslenica Brücke und Kirche Sv. Duh von Posedarje
Ob wir nun von unserem Ferienort nach Zadar fuhren oder auf die Insel Pag, immer kamen wir an der geschichtsträchtigen Maslenica Brücker vorbei und am entzückenden Kirchlein „des heiligen Geistes“ (Sv. Duh), welches gegenüber des Ortes Pdedarj direkt im Meer liegt und nur über einen schmalen Steg erreichbar ist.
Die kleine Kirche ist schon alleine wegen ihrer Lage im Novigradsko More idyllisch. Besonders entzückend ist sie, wenn man sie bei Flut besucht, denn da ist sie umgeben von Wasser. Was wir leider erst später wussten, wir wunderten uns über den Wassertiefstand und dachten, das wäre wegen des Klimawandels. Tatsächlich aber gibts auch im Novigradsko More Ebbe und Flut, und hatten wir leider Ebbe erwischt. Es war trotzdem schön!

Das Kirchlein wurde im 15. Jahrhundert erbaut. Der Geschichte nach gab es auf dem Novigradsko More nachts, als viele Fischer ihrer Arbeit am Meer nachgingen, einen dramatischen Sturm. Die gefürchtete „Bura“ tobte. Chaos und Schrecken unter den Fischern. Sie drohten zu kentern. Wie durch ein Wunder überlebten aber alle, mehr noch, sie wurden alle an denselben Strand geworfen. Und genau dort wurde dann als Dank die Kirche erbaut.
Die Glocke der Kirche wird im Inneren aufbewahrt und nur an einmal im Jahr, zu Pfingsten, geläutet. Traditionell wird dann von Posedarje aus eine Prozession mit Booten abgehalten und in der KIrche eine Messe abgehalten. Hier ein Blick auf die Kirche vom Ort Posedarje aus.

Posedarje selbst ist ein hübscher kleiner Hafenort, mit einer netten Promenade. Wir waren sonntags da und der Hafen war voller Leben, vor allem viele junge Familien waren unterwegs. Es ist somit sichtlich ein Ort, in dem wirklich noch viele Menschen leben. Nicht nur ein Ferienort, der ausschließlich im Sommer lebt. Hier noch 2 Eindrücke von Posedarje selbst.


An der geschichtsträchtigen Maslenica Brücke kommt man bei Fahrten in der Gespanschaft Zadar nicht vorbei. Sie ist für die Kroaten ein historisch wichtiges Symbol. Die Brücke wurde 1961 errichtet und hatte im ehemaligen Jugoslawien verkehrstechnisch eine hohe Bedeutung. Deshalb war sie im Jugoslawienkrieg der 90er Jahre auch Schauplatz heftiger Kämpfe (wie die gesamte Region!) und wurde gleich zu Beginn des Krieges 1991 von den heranrückenden Serben zerstört. Damit wurde Kroatien quasi getrennt, abgeschnitten. Nach dem Krieg wurde die Brücke neu erbaut und 2005 für den Verkehr wieder freigegeben. Mittlerweile gibt es allerdings zwei Maslenica-Brücken, einmal die Autobahnbrücke (sie ist 300 Meter weiter hinten) und einmal die rote Brücke an der ursprünglichen Stelle. Über sie läuft heute der regionale Verkehr, etwa in Richtung Insel Pag, aber sie hat für die Kroaten eben auch als Erinnerungsort und als Zeichen des Wiederaufbaus große Bedeutung.
Beeindruckend dahinter auch immer das Velebit-Gebirge. Von diesem bläst im Frühjahr oft extrem die Bora, sodass – wie mir eine Kroatin erzählte – an manchen Tagen sogar beide Brücken gesperrt werden müssen, weil es droht, die Autos von den Brücken zu wehen.
Ausflug nach Zadar
Klar wollten wir auch Zadar sehen, wenn wir schon in der Nähe sind. Leider kein einfaches Unterfangen mit alten Hunden, stellte sich heraus. Erstens war es im April schon ordentlich heiß und zweitens hat Zadar wirklich große Parkplatzprobleme. Wir mussten ewig nach einem Parkplatz suchen und danach ziemlich lange gehen bis wir zur Innenstadt gelangten. Darum waren die Mädels bei Ankunft in der Innenstadt schon ziemlich platt und wir wussten, den Weg zurück müssen sie auch noch schaffen.
Also haben wir das ausgiebige Sightseeing abgeblasen, sind nur einmal die lange Promenade entlanggelaufen bis zur Meeresorgel, dazwischen Pause in einem Cafe.
Die Meeresorgel von Zadar ist ein kleines architektonisches Wunder. Man sitzt auf Stufen am Meer, unter dem die Hohlräume, ähnlich wie Orgelpfeifen, angebracht sind. Wenn das Wasser an die Hohlräume schlagt, entsteht ein wunderbarer Sound. Sehr meditativ und entspannend. Man kann dort regelrecht die Zeit vergessen.
Danach sind wir zum Hafen und auf der anderen Seite der Altstadt den Pier entlang geschlendert, haben Boote geschaut, die Architektur betrachtet. Lange sind wir dann noch auf einer schattigen Parkbank gesessen, haben den Hunden Ruhe gegönnt und die Menschen an uns vorbeiziehen lassen.
Habt ihr Euch schon mal gefragt, was ein Hund so erlebt, wenn sein Herrli/ Frauli sitzt und rastet? Voila, was unsere Nutella beobachtet, ihre Perspektive. Also fast :-)
Am Rückweg sind wir noch kurz in die schon im April restlos überfüllte Altstadt, zur wirklich sehenswerten Kirche. Die musste sein! Ich hab sogar ein fast menschenleeres Foto ergattert! Wow!
Danach aber haben wir rasch die Flucht ergriffen. Am langen Weg zurück zum Parkplatz dann oberhalb des öffentlichen Strandes in einem Büfett noch Mittag gegessen und diesen netten Ausblick genossen.
Insgesamt sind wir an diesem Tag 15 Kilometer gelaufen, ganz schön viel für 13 und 14 Jahre alte Hunde. Und alles Asphalt! Zugegeben, Girly war streckenweise total überfordert und am Ende fix und fertig. Mea Culpa, meine Süße!
Danach aber dafür ein Tag Pause für Mensch und Tier. Strand. Faulenzen. Erholen.
Vransko Jezero
Einen Tagesausflug haben wir gemacht zum Vransko Jezero (deutsch: Vrana See), dem größten See Kroatiens, einem riesigen Vogelschutzgebiet und Naturpark. Der Süßwassersee liegt interessanterweise, wie die Karte unten zeigt, parallel zum Meer, befindet sich aber unter dem Meeresspiegel, und ist an manchen Stellen nur einen Kilometer von diesem entfernt. Das Wasser des Sees ist eher brackig bis sumpfig, an viele Stellen hat er einen breiten Schilfgürtel, für Vögel daher ideal!
Hier der See von der vorgelagerten Hügelkette aus betrachtet, über die wir angereist sind. Landschaftlich im Übrigen sehr schön! Im Ort Vrana befindet sich ein sehenswertes Hotel, das Maskovica Han. Irgendwann will ich mir da mal einen Kurzurlaub gönnen! Das Hotel war ursprünglich die Residenz eines Sultans und wurde im 16 Jahrhundert erbaut. Am Foto siehst du den imposanten Innenhof des Hotels.
Jetzt aber zum Vrana-See. Rund um den See gibts Besucherzentren, von denen aus man Wanderungen und Radtouren, auch geführt, unternehmen kann. Wir haben uns für das Informationszentrum Crkvine, nahe am ornithologischen Institut entschieden und eine Wanderung über die Stege gemacht. Leider war es vom Wetter her zu stürmisch, um Vögel zu beobachten. Ich glaube, die waren alle damit beschäftigt, ihre Nester und Gehege zu schützen. Es war aber trotzdem eine tolle kleine Wanderung und die Stimmung am See war wild, aber phänomenal. Und wir waren, wegen des Wetters, fast alleine!
Biograd Na Moru
Nach unserem Spaziergang über die Bohlen des Vrana Sees sind wir ins nur wenige Kilometer entfernte Biograd Na Moru gefahren, einen mittelgroßen Hafenort. Von hier aus legen Fähren ab auf die vielen kleinen und großen vorgelagerten Inseln, die größte davon die Insel Pasman.
Biograd Na Moru ist aus meiner Sicht authentischer als Zadar, nicht ganz so touristisch herausgeputzt. Wir waren etwa in einem kleinen unaufgeregten Cafe am Hafen, da fand ein Seminar für Segler statt, während andere Leute auf ihre Fähre warteten und Kaffee tranken und aus dem Lautsprecher Balkanpop plärrte. Sehr nette Atmosphäre!
Besonders hübsch auch der knallbunte Gastgarten direkt an der Promenade, nah am Industriehafen. Leider hatte er noch nicht geöffnet.
Die Insel Pag
Ein weiterer Tagesausflug führte uns auf die Insel Pag. Viel zu wenig Zeit! 58 Kilometer ist sie lang, klingt wenig, ist aber letztlich eine ordentliche Fahrerei, wenn man von Karinsko More anreist. Außerdem gab es so viel zu sehen und zu staunen. Wir haben dann auch nur die Hälfte geschafft. Im Herbst werden wir sicher wiederkommen!
Pag ist über eine Brücke gut mit dem Auto zu erreichen. Schon wenn man anfängt sich der Insel anzunähern, merkt man, hier verändert sich die Landschaft krass. Die Insel besteht zu großen Teilen aus Kalkstein aus der Kreidezeit. Es gibt nur wenig Vegetation, Pinien, Schilf, Olivenbäume, im Inneren ab und zu Steineichen und viele Kräuter, Thymian, Rosmarin, Salbei. Kargheit und Felsen wohin man schaut, und immer wieder der Blick auf das Velebit-Gebirge drüben am Festland.
Hier ein paar Eindrücke von der Fahrt. Wir sind hunderte Male ausgestiegen, um Fotos zu schießen. Atemberaubend schön! Und das Meer so blau. Blauer geht nicht!
Was man beim Anblick von so viel Schönheit gar nicht glauben kann: Auf der Insel Pag, nahe am Hauptort Pag, befand sich eines der größten Konzentrationslager des faschistischen Ustascha Regimes. Tausende Juden, Serben und regimekritische Kroaten kamen hier zu Tode.
In Pag haben wir Stari Grad Pag besucht, übersetzt „alte Stadt Pag“, sie liegt westlich der Salinen auf einem Hügel. Es sind alte Mauerreste zu sehen, vor allem aber eine alte Kirche. Dort haben wir eine sehr nette, deutsch sprechende Ordensschwester getroffen, die die Kirche pflegt. Sie war uns extra aus Pag nachgefahren, als sie sah, dass wir zu „ihrer“ Kirche fuhren. Sie erzählte uns viel über die Region und sie war es auch, die uns auf die Vergangenheit des KZ aufmerksam machte. Nachfolgend ein Blick auf Stari Grad Pag und ein Blick von der alten Stadt in Richtung der neuen Stadt Pag.
Oberhalb von Pag, auf dem Weg nach Simuni, findet sich linker Hand ein Aussichtspunkt mit fantastischem Blick auf den Hauptort und seine Umgebung. Schau dir das Blau des Meeres an!
Und klar haben wir auch einen der tausenden Strände der Insel besucht. Daher abschließend ein paar Beach Vibes! Wir kommen sicher wieder!
















































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